Ankommen und Fuß fassen ermöglichen

Ankommen und Fuß fassen ermöglichen

Der einzige Unterschied zwischen dir, mir und einem Geflüchteten? Genau, wir haben einen europäischen Pass. Keine besonders herausragende Eigenschaft und für die mit einem solchen Pass Geborenen schon gar keine eigene Leistung. Es ist daher für uns schlichtweg unmenschlich, dass Geflüchtete, Asylbewerber_innen und Geduldete nicht die gleichen Rechte, wie wir haben. Wir wollen, dass allen die gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft möglich ist. Der offene Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt ist der Schlüssel für Teilhabe und Integration.

Der Erwerb der Sprache ist für die gesellschaftliche Teilhabe, den Schulalltag, der Weiterbildung, den Zugang zum Arbeitsmarkt und im alltäglichen Leben unabdingbar. Der Besuch eines sogenannten „Integrationskurses“ ist jedoch erst nach Gewährung von Asyl möglich. Derzeitige Alternativen bieten oft ehrenamtlich geleitete Sprachförderkurse. Die Möglichkeit des Besuches eines Sprachkurses ab dem Tag nach der Ankunft, ist wichtig, damit sich die Menschen, auch wenn sie vielleicht nicht bleiben dürfen, in Deutschland einfinden können und so erst die Voraussetzung dafür geschaffen werden, dass sie ihren Fall vorbringen und ihre Rechte ausüben können. Dies muss auch in ländlichen Gebieten mit Mobilitätshemmnissen garantiert werden. Auch für die Teilhabe am Bildungssystem ist Sprachförderung für geflüchtete Schüler_innen zentral.

Neben dem Werkzeug „Sprache“ sind es vor allen Dingen rechtliche Hürden, die Geflüchteten den Zugang zu Hochschulen und dem Arbeitsmarkt erschweren. Deshalb fordern wir:

  • Integrationskurse und Sprachkurse müssen für jede_n Asylbewerber_innen vom ersten Tag an zugänglich sein
  • Schulpflicht für Kinder und Jugendliche nach spät. Drei Monaten Aufenthalt
  • Die Ausweitung von Sprachförderprogrammen an Schulen
  • Eine  erleichterte Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen
  • Die vollständige Abschaffung der Vorrangprüfung; sie diskriminiert unnötig zwischen Asylbewerber_innen und Arbeitsinländer_innen und schafft Barrieren, wo es Hilfen im Zugang zum Arbeitsmarkt braucht.
  • Die komplette arbeitsrechtliche Gleichstellung von Asylbewerbenden mit Deutschen nach 3 Monaten.

Hier geht's zu unseren ausführlichen Positionen zur Asylpolitik (beschlossen im November 2015 in Bremen)

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