Für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten

Für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten

Das „Taschengeld“ für Asylsuchende beträgt 143€ im Monat, also 4,75€ pro Tag. Davon müssen alle Ausgaben jenseits von Essen und Unterkunft bestritten werden. Für einen solchen Betrag lässt niemand Familien und Freunde hinter sich und begibt sich auf die gefährliche Flucht nach Europa. Zudem gilt: Je besser wir Geflüchtete integrieren und ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt gewähren, umso mehr können sie auch zu den deutschen Sozialsystemen beitragen. Bereits heute zahlen ZuwandererInnen mehr in die Sozialsysteme ein, als sie heraus bekomme

Wir halten an unserer Forderung der Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes fest. Es kann nicht sein, dass es Menschen zweiter Klasse gibt, die noch unter dem Existenzminimum der Sozialleistungen gehalten werden. Dadurch wäre auch gewährleistet, dass Asylbewerber_innen einen gleichwertigen Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten. Die Behandlung, die Asylsuchenden momentan zur Verfügung steht, bedarf unbedingt einer Änderung. So werden zwar akute Erkrankungen und Schmerzzustände versorgt und die Mittel zur Linderung der Schmerzen und Besserung der Krankheit werden auch zur Verfügung gestellt, doch die Betonung liegt bei dieser Leistung auf dem Wort „akut“. So werden chronische Erkrankungen höchstens im Falle eines akuten Notfalls behandelt. Will einE ErkranteR Asylbewerberin oder Asylbewerber medizinische Hilfe erhalten, muss sie_er eine Krankenversicherung bzw. einen Personalausweis vorzeigen. Dies ist bei Menschen mit illegalem Aufenthalt natürlich nicht möglich. Zur ambulanten Versorgung müssen Patientinnen und Patienten beim Sozialamt einen Krankenschein beantragen. Die Vergütung des zuständigen Haus- oder Zahnarztes läuft hierbei über die zuständige Verwaltung , das heißt man muss vor dem Besuch eines Arztes erst beim Amt die Erlaubnis einholen überhaupt zum Arzt gehen zu dürfen.

Übergangsweise fordern wir zumindest die Einführung einer Krankenkarte nach dem Bremer Modell durch die Bundesländer. Eine Vielzahl von Geflüchteten ist aufgrund ihrer Erlebnisse im Heimatland oder auf der Flucht traumatisiert. Dem steht aber nur ein geringes Angebot an qualifizierten Psycholog_innen gegenüber. Wir fordern daher den Ausbau von Trauma-Zentren, die sich gerade auf Geflüchtete und minderjährige Geflüchtete spezialisieren, so wie die sprachlichen Voraussetzungen einer erfolgreichen Therapie schaffen können. Der Zugang soll bereits Asylbewerber_innen ermöglicht werden. Viele Geflüchtete haben in ihrer Heimat schreckliche Dinge erlebt. Sie brauchen psychologische Betreuung, um das Erlebte hinter sich zu lassen und nicht allein gelassen zu werden. Wir fordern deshalb psycho

Wir halten die Abschaffung des Sachleistungsprinzips weiterhin für die einzig richtige Lösung. Es muss Geflüchteten allgemein ermöglicht werden ihre Einkäufe selbst zu erledigen. Die Verteilung von standardisierten Essenspaketen ist, und das wird so auch zugegeben, als reine Schikane gedacht. Sie verhindert Selbständigkeit, ermöglicht keine individuellen Wünsche oder Notwendigkeiten bei der Essensvergabe und ist darüber hinaus durch den Lager- und Personalaufwand auch deutlich teurer, als das Geldleistungsprinzip. Finanzielle Ressourcen, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden. Geflüchtete sollten außerdem sofort nach ihrer Ankunft die Möglichkeit haben ein Konto zu eröffnen. Elektronischer Zahlungsverkehr sollte jedem Menschen zur Verfügung stehen und ist oft auch Voraussetzung, um zum Beispiel Miete zu zahlen. Das Überfallrisiko auf Geflüchtete kann so außerdem gesenkt werden.

Hier geht's zu unseren ausführlichen Positionen zur Asylpolitik (beschlossen im November 2015 in Bremen)

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