Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit: No more hot air!

Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit: No more hot air!

Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa steigt immer weiter an. In einigen Ländern sind über 50 Prozent der Unter-25-jährigen ohne Job – und ohne Hoffnung! Auf der europäischen Ebene wurden Hilfen in Höhe von 6 Milliarden Euro versprochen. Das klingt erst einmal gut. Doch erstens haben vor allem die Regierungen (allen voran die Merkel-Regierung in Deutschland) die jetzt „Hilfe“ versprechen, das Desaster mit ihrer rücksichtslosen Kürzungspolitik erst geschaffen. Und zweitens bleibt am Ende an Förderung nicht mehr viel übrig, wenn man weiß, dass über 5 Mio. Jugendliche ohne Arbeit sind und das Geld über einige Jahre gestreckt wird. Diese Vorschläge sind heiße Luft! Es droht eine komplette verlorene Generation in Europa!

Zusammen mit 150 jungen Menschen aus Europa sind wir drei Tage lang unseren Ideen und Lösungsvorschlägen nachgegangen. Bei der Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung „How to safe a lost generation? Our European Agenda against Youth Unemployment“ diskutierten alle TeilnehmerInnen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Migration, Wohnungsbau, Sozialversicherungssysteme und Bildungspolitik über wichtige Weichenstellungen, um die Krise zu meistern. Bei einem waren sich alle einig: Mit der Sparpolitik á la Merkel kommen wir nicht weiter! Merkel und ihre GesinnungsgenossInnen vergrößern damit die Krise – und die Hoffnungslosigkeit in Europa! Stattdessen forderten die Jugendlichen zum Beispiel einen starken öffentlichen Sektor in Bereichen, in denen der Markt oft scheitert, wie z. B. Nachhaltigkeit und Infrastruktur. Junge UnternehmerInnen sollten stärker finanziell unterstützt und ein Erasmus-Programm für alle – auch Azubis – aufgebaut werden. Besonders die Debatten um Arbeitsmigration von jungen Menschen war für alle ein Thema. Die EU sollte hier laut der TeilnehmerInnen mehr Sprachkurse ermöglichen, die auch die weniger gebildete Personen in Europa wahrnehmen können.

Am nächsten Tag wurden die Ergebnisse den sozialdemokratischen EU-Sozial und ArbeitsministerInnen sowie Peer Steinbrück vorgestellt. Peer betonte, wie sehr er für einen Politikwechsel in Europa kämpft, und machte den jungen Menschen vor allem aus Südeuropa Hoffnung. Er machte auch klar, dass Merkels sechs Milliarden nur ein Tropfen auf den heißen Stein seien. Über 20 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen seien notwendig, um wirklich neue Jobs zu schaffen.

Bei der anschließenden Demonstration vor dem Kanzleramt beteiligten sich auch viele junge GewerkschaftlerInnen aus ganz Europa an den Protesten. Die TeilnehmerInnen machten hier mit Föns und Plakaten darauf aufmerksam, dass Merkels Politik nur heiße Luft ist. Statt leerer Worte brauchen wir endlich Taten. Doch auch bei diesem Show-Gipfel lautete Merkels Fazit erneut: „Wenn wir uns das nächste Mal treffen, brauchen wir Fortschritte.“ Wir sagen: Her mit echten Lösungen – no more hot air!

Flickr-Album zur Konferenz "How to save a lost generation?"

Flickr-Album zum Treffen mit Peer Steinbrück und zur Protestaktion am Kanzleramt

Pressemitteilung zur Protestaktion

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