Raus zum 1. Mai

Raus zum 1. Mai! Aber warum und wofür eigentlich demonstrieren? Die Zeiten, in denen ArbeiterInnen 16 Stunden-Schichten leisteten und danach in winzige Baracken heimkehrten, in denen eine ganze Großfamilie hauste, sind doch schon seit Jahrzehnten vorbei. Wieso also sollte man den freien Tag auf einer Kundgebung statt im Garten verbringen? Die Antwort ist ganz einfach: Weil noch lange nicht alles gut  ist, nur weil wir nicht mehr unter Bedingungen wie zu Marx‘ Zeiten schuften. Gerade für junge Menschen ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt mehr als schwierig.

Jedes Jahr aufs Neue zeigt der DGB Ausbildungsreport auf, was alles schief läuft bei der Ausbildung. Zu wenig Ausbildungsplätze, schlecht ausgestattete Berufsschulen, Überstunden, schlechte Bezahlung, hohe Belastung und kaum AnsprechpartnerInnen. Vor allem klassische Gastronomieberufe, wie Köchin oder Hotelfachmann, aber auch Ausbildungsberufe wie Malerin/Lackiererin sind besonders desaströs.

Wie der Jackpot für die Work-Life-Balance klingt das alles nicht.

Wir wollen eine gerechte Bezahlung für Azubis mit der Mindestvergütung (ähnlich dem Mindestlohn). Wir wollen bessere Ausbildungsbedingungen und eine moderne Ausstattung von Berufsschulen. Wir wollen, dass Azubis nicht länger draufzahlen bei ihrer Ausbildung – deshalb müssen Schulgelder abgeschafft werden! Deshalb gehen wir am 1. Mai auf die Straße.

Job, Kinder, Karriere, Freunde, Ehrenamt – wie soll das alles unter einen Hut gehen? Und wie soll ich mir beim Blick auf meine Finanzen eigentlich Kinder leisten können? So geht’s vielen jungen Leuten, wenn sie an die Zukunft und die Familienplanung denken.

Wir wollen, dass Kinder und Karriere kein Widerspruch sind. Und wir wollen, dass Frauen und Männer selbst entscheiden können, wieviel sie arbeiten gehen. Auch deshalb gehen wir am 1. Mai auf die Straße.

Wir wollen, dass die Kita kostenfrei wird, damit sie sich jedeR leisten kann. Wir wollen, dass Frauen eine Recht darauf haben nach der Elternzeit wieder Vollzeit arbeiten zu können. Wir wollen, dass Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können, ohne vom Chef schief angeschaut zu werden.

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Deshalb braucht es eine Familienarbeitszeit – das heißt die Arbeitszeit muss reduziert werden können, wenn Kinder kommen. Für all das gehen wir am 1. Mai auf die Straße.

Ein freier Tag auf der Couch vor Netflix ist dir lieber? Dann denk doch mal an die, die von einem Job nicht leben können, und zusätzlich an Wochenenden, Feiertagen oder wenn andere Feierabend haben, noch zu einem Zweit- oder Drittjob rennen müssen, um sich einigermaßen über Wasser zu halten. Klingt nicht so entspannt? Richtig. Dann runter von der Couch und geht am 1. Mai auf die Straße!

1. Mai heißt nämlich auch: Wir kämpfen gemeinsam, damit es Allen besser geht!